Simone Weinmann-Mang und Isabelle Himbert, Mutter und Tochter, leiten das Familienunternehmen Arno Arnold in sechster Generation. Das Unternehmen, das Schutzabdeckungen für Maschinen herstellt und seinen Sitz im hessischen Obertshausen hat, blickt auf eine über 160-jährige Geschichte zurück. Im Podcast sprechen sie über ihre Begegnungen mit dem Papst, die Rolle ihres Glaubens im Geschäftsalltag und die Notwendigkeit, China nicht zu unterschätzen.
Der christliche Glaube prägt das Handeln von Weinmann-Mang und Himbert maßgeblich. Für sie bedeutet Nächstenliebe im Unternehmensalltag, die Mitarbeiter nicht als Zahlen, sondern als Menschen mit ihren Familien zu sehen. Diese Haltung ermöglicht es dem Unternehmen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen mitfühlenderen Umgang mit Mitarbeitern zu pflegen, von denen viele bereits in dritter Generation im Unternehmen tätig sind.
Konflikte, wie die Notwendigkeit, sich von einem unzufriedenen Mitarbeiter zu trennen, werden durch die Unternehmensphilosophie abgemildert. Statt einer sofortigen Entlassung werden Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten und Gespräche geführt, um dem Mitarbeiter eine Chance zur Entwicklung zu geben. Trotz der wirtschaftlichen Notwendigkeit, profitabel zu wirtschaften, steht bei Arno Arnold der Mensch im Vordergrund.
Neben der Nächstenliebe zeigt sich der Glaube auch in der Haltung gegenüber den Mitarbeitern. Weinmann-Mang betont die Bedeutung des Zuhörens und des Interesses an den Angestellten. Auch bei wichtigen Unternehmensereignissen wie einem Spatenstich oder dem Einzug in ein neues Gebäude wird der Pfarrer eingeladen und die Räumlichkeiten werden geweiht.
Gebete spielen ebenfalls eine Rolle, sowohl als Ausdruck von Dankbarkeit für die Privilegien, in Deutschland zu leben und das Unternehmen zu besitzen, als auch als Unterstützung in herausfordernden Zeiten. Weinmann-Mang betont jedoch, dass Gebete die aktive Gestaltung des Geschäftserfolgs nicht ersetzen.
Die Transformation des Unternehmens von einem Hersteller feiner Handarbeit und Musikinstrumente zu einem internationalen Industrieunternehmen beschreibt Weinmann-Mang als einen fortwährenden Prozess der Weiterentwicklung, der schon seit Jahrzehnten stattfindet, lange bevor der Begriff “Transformation” populär wurde.
Aktuell liegt ein wichtiger Fokus auf dem Aufbau eines chinesischen Standorts, der nicht aus Kostengründen, sondern zur Nähe der Kunden und zur Erschließung des wachsenden Marktes für Werkzeugmaschinen in Asien erfolgt. Die Strategie lautet: China für Asien, Deutschland für Europa. Arno Arnold setzt weiterhin auf lokale Zulieferer in einem Umkreis von 200 Kilometern.
Die chinesische Industrie hinterlässt bei Himbert tiefen Eindruck. Die Geschwindigkeit und Effizienz dort lassen sie zu dem Schluss kommen, dass Deutschland China manchmal unterschätzt, trotz der bekannten Qualität von “Made in Germany”.
Geopolitische Spannungen und Kriege beeinflussen Arno Arnold hauptsächlich indirekt, da Europa und Asien die primären Märkte sind. Hohe Energiepreise spielen zwar eine Rolle, sind aber kein Top-Thema für das Unternehmen.
Die Nachfolgeplanung war ein behutsamer Prozess. Simone Weinmann-Mang berichtet, dass die Kinder auf eine Balance zwischen familiärem und beruflichem Leben vorbereitet wurden. Isabelle Himbert beschreibt ihren Einstieg und die Zusammenarbeit mit ihrem Vater als reibungslos. Die Integration ihres Mannes ins Unternehmen gestaltete sich zunächst herausfordernder, da unterschiedliche Führungsstile aufeinanderprallten. Mittlerweile haben sie gelernt, ihre Ansätze zu synchronisieren.
Sowohl Weinmann-Mang als auch Himbert betonen, dass das Unternehmen allgegenwärtig ist und die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben fließend sind. Für sie ist die Arbeit mehr als ein Job, sie ist eine Leidenschaft, die eine volle Hingabe erfordert, um glücklich und erfolgreich zu sein.
