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Unicredit und Commerzbank: Ein Taktisches Manöver zur Übernahme?

11 de julio de 2026Pablo Navarro3 min

Deutsche Version (Paraphrasiert)

Die italienische Großbank Unicredit hat ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Bankenexperte Hans-Peter Burghof bezeichnet dies jedoch als ein taktisches Manöver und nicht als ein sofortiges Kaufangebot. Ziel sei es nicht, unmittelbar eine Mehrheit der Aktien zu erwerben, da das Angebot für die Commerzbank-Aktionäre zu unattraktiv sei. Stattdessen zwingt Unicredit mit diesem offiziellen Schritt alle relevanten Parteien – Finanzaufsicht, Kartellbehörden, die Bundesregierung und den Vorstand der Commerzbank – dazu, ihre Haltung zu dem Angebot zu prüfen und zu äußern. Auf dieser Grundlage will Unicredit ihre weiteren Schritte planen.

Eine erfolgreiche Übernahme durch dieses spezifische Angebot ist unwahrscheinlich. Burghof erklärt, dass Unicredit den Kauf über eigene Aktien finanzieren würde, was bei einer breiten Annahme des Angebots zu einer unerwünschten Veränderung der eigenen Aktionärsstruktur führen könnte. Für eine realistische Übernahme müsste die Commerzbank einerseits nicht zu teuer sein, und Unicredit-Chef Orcel müsste andererseits politische Unterstützung gewinnen, insbesondere von der Bundesregierung. Er müsste die Politik überzeugen und alle rechtlichen und regulatorischen Zustimmungen einholen, bevor eine substanzielle politische Diskussion über die Akquisition stattfinden könnte.

Die Commerzbank kann sich gegen eine Übernahme wehren, indem sie ihren eigenen Unternehmenswert weiter steigert. Ein steigender Aktienkurs macht den Deal für einen potenziellen Käufer wie Unicredit unattraktiver. Obwohl die Spielräume hierfür begrenzt sind, insbesondere im wichtigen Firmenkundengeschäft, muss die Commerzbank darauf achten, ihre Reputation nicht durch übermäßige Personaleinsparungen zu gefährden, da langfristige Kundenbeziehungen darunter leiden könnten.

Für Privatkunden würden sich im Falle einer Übernahme voraussichtlich nur geringe Veränderungen bei Filialen, Gebühren oder Produkten ergeben. Der intensive Wettbewerb im deutschen Privatkundengeschäft bietet den Kunden ausreichend Alternativen, sodass drastische Verschlechterungen der Konditionen unwahrscheinlich sind. Hinsichtlich der Einlagensicherung sind Einlagen bis 100.000 Euro EU-weit rechtlich abgesichert. Jedoch weist Burghof darauf hin, dass in geopolitisch unsicheren Zeiten die nationale Zugehörigkeit einer Bank in einer Krise durchaus eine Rolle spielen könnte, auch wenn dies rechtlich nicht der Fall sein sollte.

English Version (Paraphrased and Translated)

The Italian major bank Unicredit has submitted a takeover bid for Commerzbank. However, banking expert Hans-Peter Burghof describes this as a tactical maneuver rather than an immediate purchase offer. The goal is not to directly acquire a majority of shares, as the offer is deemed unattractive to Commerzbank shareholders. Instead, Unicredit is using this official step to compel all relevant parties – financial regulators, antitrust authorities, the German federal government, and Commerzbank's board – to examine and state their positions on the offer. Based on this, Unicredit intends to plan its next steps.

A successful takeover through this specific offer is considered unlikely. Burghof explains that Unicredit would finance the purchase using its own shares, which could lead to an undesirable change in its own shareholder structure if the offer were widely accepted. For a realistic takeover, Commerzbank would need not to be too expensive, and Unicredit CEO Orcel would need to gain political support, especially from the German government. He would have to convince politicians and obtain all legal and regulatory approvals before a substantive political discussion about the acquisition could take place.

Commerzbank can defend itself against a takeover by continuing to increase its own company value. A rising stock price makes the deal less attractive for a potential buyer like Unicredit. Although the scope for this is limited, particularly in the important corporate client business, Commerzbank must be careful not to jeopardize its reputation through excessive staff cutbacks, as long-term customer relationships could suffer.

For private customers, a takeover is expected to result in only minor changes to branches, fees, or products. The intense competition in the German private customer market offers customers sufficient alternatives, making drastic deteriorations in conditions unlikely. Regarding deposit protection, deposits up to €100,000 are legally secured across the EU. However, Burghof points out that in geopolitically uncertain times, the national affiliation of a bank could indeed play a role in a crisis, even if it shouldn't legally be the case.